Historische Sehenswürdigkeiten in Wachenheim
Rundgang durch das alte Wachenheim
Die meisten historischen Sehenswürdigkeiten findet man im alten Ortskern der Stadt Wachenheim. Der Kulturverein Wachenheim hat dazu einen kleinen Führer zusammengestellt, der einen Überblick über die Geschichte des Ortes bietet und den Gast auf einen "Rundgang durch das alte Wachenheim" mitnimmt (die Broschüre ist in der Tourist-Information erhältlich). Eine Auswahl aus den insgesamt 26 Stationen des Rundgangs (mit Textauszügen aus der Broschüre) sowie weitere Sehenswürdigkeiten in den Orten der Verbandsgemeinde haben wir auf den nachfolgenden Seiten zusammengestellt.
Alte Münze - Langgasse

Von 1436 bis 1471 betrieb das Haus Pfalz-Zweibrücken hier eine Münze, die Gold- und Silbermünzen prägte. Nach Eingliederung Wachenheims in die Kurpfalz ging der Hof vermutlich in den Besitz des Klosters Limburg über, 1574 jedenfalls fiel er an die Geistliche Güteradministration und später an die Kurfürstliche Hofkammer. Sie verlegte die Burgvogtei aus Friedelsheim hierher, wo sie bis 1794 verblieb. 1803 versteigerten die französischen Behörden den Hof samt dazugehörigem Ackerland. Später kam er in den Besitz des Weingutes Bürklin-Wolf, 1924 in den der Winzergenossenschaft Wachtenburg. Heute dient der barocke Bau als privates Wohnhaus, im alten Torhaus befindet sich eine Weinstube
Dalberger Hof - Dalberggasse
Der
unmittelbar an der Stadtmauer liegende dreiseitig umbaute Hof war ein
Adelsgut der Reichsritter von Dalberg. "Haus des Franz Ekbert Nachkomme
des Barons von Dalberg neu gebaut und aufgerichtet" lautet die
Inschrift, die zusammen mit dem Wappen und der verschlüsselten
Jahreszahl 1717 in der reich verzierten Türkrönung angebracht ist.
Erstmals erwähnt wird ein Junker von Dalberg 1539. Nach Brand und
Zerstörung im Jahr 1689 wurde der Hof – wie in der Inschrift vermerkt –
1717 neu aufgebaut. 1804 ging er in bürgerlichen Besitz über, später
wurde er vorübergehend als "Dalberghof" Hotel und Gaststätte
genutzt.
Diebsturm - Stadtmauerpfad
1341
erteilte Kaiser Ludwig der Bayer seinem Neffen, dem Pfalzgrafen Rudolf
II., die Genehmigung, Wachenheim mit Graben und Mauern zu befestigen und
verlieh ihm zugleich die Gerichtsbarkeit. Aus diesem Jahr stammt demnach
auch der so genannte "Diebsturm", der als Arrestlokal verwendet wurde.
Von diesem Eckturm aus etwa 350 Meter weiter nach Süden ist die
Stadtmauer zusammenhängend bis zur Burgstraße erhalten.
Mittelalterliche Stadtmauer
Mit
der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1341 wurde die Stadt auch mit
einer 1200 Meter langen Mauer befestigt mit Stadttoren im Norden und
Süden und einem von Schwippbögen getragenen hölzernen Wehrgang im
Inneren. Bollwerke im Osten waren ein rechteckiger Mauerturm und ein
frei stehender Rundturm, an der Südwestseite standen der "Rote Turm"
(siehe Roter-Turm-Weg im Stadtplan) und im Nordwesten der bis heute
erhaltene "Diebsturm". Ab Ende des 15. Jahrhunderts veränderten
Abriss- und Instandsetzungsarbeiten die Mauer, als die Stadt 1898
begann, die Mauer abschnittsweise an innere und äußere Anlieger zu
verkaufen, kam es immer häufiger zu Durchbrüchen. Am besten erhalten ist
ein 320 Meter zusammenhängender Verlauf an der Westseite. Weitere
Informationen über die Geschichte der Stadtmauer und ihren Erhalt finden
Sie unter:
http://www.stadtmauer-wachenheim.de
Judenfriedhof
Im
Osten der Stadt liegt der jüdische Friedhof, der als einer der ältesten
im weiten Umkreis gilt. Der älteste vorhandene sichtbare Grabstein
stammt aus dem Jahr 1725. In einer Urkunde des Stiftes Limburg taucht
allerdings bereits 1522 der Name "Judengruben" auf, ebenso in einem
Protokoll der Stadt Wachenheim aus dem Jahr 1548. Im 17. und 18.
Jahrhundert schließlich wird der Flurname "In der Judengrub" immer
wieder aktenkundig, so z.B. in einem Kaufprotokoll von 1682. Beigesetzt
wurden auf dem jüdischen Friedhof nicht nur jüdische Mitbürger aus
Wachenheim und den umliegenden Gemeinden sondern darüber hinaus aus der
gesamten Region zwischen Frankenthal und Speyer. 1834 wird der
ursprüngliche Flurname im Grundsteuerkataster durch die Bezeichnung "Am
Judenacker" abgelöst. Eine Besichtigung ist nach Rücksprache mit der
Verwaltung möglich.
Ludwigskapelle - Weinstraße "Am Marktplatz"
Die
Kapelle ist ein spätgotischer Bau mit Chor, Schiff, Sakristei und
Keller. Sie wurde wahrscheinlich 1443 unter Kurfürst Ludwig IV. erbaut
- die mit einem Spruchband in einen Quader an der Nordwestecke
eingemeißelte Jahreszahl weist darauf hin - und war dem Heiligen Ludwig,
König von Frankreich, geweiht. Nach der Reformation kam sie in den
Besitz der Gemeinde und diente dieser als Lagerhaus. Bei dem Brand 1689
blieben lediglich Chor und Keller erhalten. Von 1698 bis 1723 war sie
provisorische katholische Pfarrkirche und dann wieder Lagerhaus.
Renovierungen erfolgten 1894/97, 1953/54 und 1983. Heute dient die
Kapelle kulturellen Veranstaltungen.
Lutherische Kirche - Langgasse
Nach
Einrichtung einer lutherischen Pfarrei 1745 ließ diese durch den
Hofbaumeister Sigismund Keller 1748 die Kirche als barocken Saalbau
errichten. 1794 wurde sie durch die Revolutionstruppen verwüstet, die
Abhaltung von Gottesdiensten untersagt. Nach 1800 wurde die Kirche
renoviert und eine Glocke angeschafft. Ab 1818 fanden - mit
Zusammenlegung der protestantischen Konfessionen – hier allerdings keine
Gottesdienste mehr statt. Den schweren Bombenschäden des Zweiten
Weltkrieges begegnete man 1950 mit ersten Reparaturen. 1975 gründete
sich ein Förderverein für den Wiederaufbau der Kirche. 1989 als
städtische Kulturstätte eingeweiht, dient sie seitdem mit einem modern
gestalteten Innenraum öffentlichen und privaten Veranstaltungen.
Simultankirche St. Georg - Ecke Weinstraße/Burgstraße
Die
in ihren Ursprüngen vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammende St.
Georg-Kirche - unter diesem Namen erscheint sie erstmals nach 1500 – ist
eine Simultankirche. Im Zuge der 1705 verfügten Kirchenteilung
übernahmen die Katholiken den Chorraum mit Teilen des Turmunterteils,
die Reste des Gebäudes und des Turmfußes gingen an die Evangelischen.
1715 wurde das evangelisch genutzte Langhaus durch eine Trennwand vom
katholischen Chor abgemauert. Ende der 80er Jahre äußerten beide
Gemeinden den Wunsch, die Trennwand niederzureißen und durch einen
Lettner zu ersetzen; die Umsetzung scheiterte jedoch am Kostenaufwand.
Im evangelischen Teil verfügt die Kirche über 550 Plätze, im
katholischen über 350. Nachdem die katholische Pfarrgemeinde 1987 bis
1989 eine neue Kirche erbaute, wird die Alte St. Georg-Kirche nur noch
für Hochzeiten, Taufen, zum Gottesdienst am Patronatstag und für
ökumenische Veranstaltungen genutzt. Baugeschichtlich ist die
Pfarrkirche am Marktplatz das bedeutendste und wertvollste Gebäude der
Stadt.
Steinhausserscher Hof - Kommerzienrat-Wagner-Str. (Sußmannhof)
Ursprünglich
im Besitz der Ritter von Steinhausen, im 15. Jh. Burgmänner in Wachenheim. Ab
1725 gehörte der Hof dem Hofgerichtsrat J.G. von Sußmann. 1888 ging das Anwesen
an C.J. Wagner über. Die heutige
Sektkellerei Schloss Wachenheim AG ist seit 1996 im Besitz des Ensembles,
das auch als "Sußmannscher Hof" bekannt ist.
Villa Rustica - nordöstlich von Wachenheim
Im
Jahr 1980 entdeckte man bei einer Flurbereinigung die Reste eines
stattlichen römischen Landgutes (villa rustica). Zentrum der Anlage ist
das 60 m lange Herrenhaus, das mit einer Säulenfront geschmückt war. Um
das Herrenhaus gruppieren sich vier Wirtschaftsbauten, von denen drei
sichtbar sind. In der villa rustica lässt sich das breite Spektrum
landwirtschaftlicher Produktion vom Getreide- anbau mit Sonderkulturen
wie Weinbau und Flachsanbau bis zur Viehzucht ablesen. Ein
rekonstruierter Backofen ermöglicht Brotbacken nach antiker Art.
Detaillierte Informationen über die Ausgrabungsstätte "villa rustica" können Sie einer ausführlichen Broschüre, die der Verein "Förderkreis villa rustica e.V." herausgegeben hat und bei der Tourist-Information Wachenheim zum Preis von EUR 3,00 zu erwerben ist, entnehmen.
An der villa rustica führt auch der 20 km lange Römer-Rundwanderweg Wachenheim-Bad Dürkheim-Ungstein vorbei. Die Beschreibung des Römer-Rundwanderweges kann dem Flyer "2000 Jahre Kultur – Der Römerrundwanderweg" entnommen werden, der in den Tourist-Informationen Wachenheim und Bad Dürkheim kostenlos erhältlich ist.
Eine Besichtigung der Römervilla ist jederzeit möglich. Die direkte
Zufahrt erfolgt über die B 271. Parkmöglichkeit, auch für Busse, ist
vorhanden.
In den Monaten März bis Oktober bietet die Tourist-Information
Wachenheim im Rahmen ihres Gästeprogramms zu feststehenden Terminen
(siehe Veranstaltungskalender) Führungen an.
Gebühr für die Führung: EUR 2,00.
Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Führungen für Gruppen sind nach Terminabsprache jederzeit buchbar.
Weitere Infos finden Sie auf der Homepage des Fördervereins: http://www.villa-rustica-wachenheim.de
Wachenheimer Hof - Weinstraße
Der
spätbarocke Bau aus dem Jahr 1711 steht auf den Fundamenten des
freiadligen Gutes der Ritter von Wachenheim, die als "Burgmannen"
vermutlich schon viel früher hier ihren Sitz hatten. Im 16. Jahrhundert
ging der Wachenheimer Hof in den Besitz des Hauses Leiningen über, das
einen Neubau errichtete. 1674 wurde er durch ein Feuer zerstört. 1710
erwarb der Landschreiber Scherer von Kreuzberg die Ruine und errichtete
das heutige Haus. Die wechselvolle Geschichte setzt sich im 18. und 19.
Jahrhundert fort, wo der Hof u. a. unter französischer Verwaltung als
Rübenzuckerfabrik betrieben wurde. Auf die "Kaiserliche
Experimentierschule" (so die offizielle Bezeichnung) weist eine
Erinnerungstafel an der Straßenfront hin.
Wachtenburg Wachenheim
Erbaut
im 11./12. Jahrhundert. Wahrzeichen der Stadt Wachenheim. Sie gehört zu
einem Burgensystem, das von Kaiser Konrad II. (Salier), dem
Staufenkaiser Friedrich I. und Pfalzgraf Konrad von Hohenstaufen
angelegt wurde. Nach vielen Besitzerwechseln ging 1984 die Wachtenburg
als Schenkung in das Eigentum der Stadt Wachenheim über und wird seitdem
vom
"Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg"
gepflegt und
saniert.
Wohnhaus des ehemaligen Stadtschreibers Bernhard Bürklin -
Ecke Weinstraße/Dalberggasse
Im
Jahre 1607 wurde dieser Winzerhof für den Stadtschreiber und späteren
Oberschultheiß Bernhard Bürklin erbaut. Am Renaissance-Erker der
Straßenfront sind die Familienwappen von Bürklin und seiner Ehefrau
eingefügt.
Zehnthof - Mittelgasse
Älter
und besser erhalten als andere Adelshöfe in Wachenheim ist der Zehnthof,
ehemals vermutlich Sitz des Burggrafen. Erbaut wurde er wahrscheinlich
von den Rittern von Dürkheim, die ihn mit dem Weinzehnt bis 1596 inne
hatten. Danach erwarb ihn Kurfürst Friedrich IV. und überließ ihn
zusammen mit der Burgruine (aber ohne den Weinzehnt) Oberschultheiß
Thomas von Geiersberg als Lehen. (Das Wappen der Blarer v. Geiersberg
findet man im Torschlussstein.) Im 17. Jahrhundert wurde der Hof
zerstört, 1718 wieder auf- und ausgebaut mit Haupthaus, Nebenflügel,
großer Toreinfahrt und Wirtschaftsgebäuden. Nach 1798 ging der heute
unter Denkmalschutz stehende Zehnthof in bürgerlichen Besitz über.
historische Sehenswürdigkeiten in Friedelsheim
Burgturm, Burggraben und Reste des ehemaligen Schlosses
Der Burgturm aus dem 15. Jh. wurde 1986 frei rekonstruiert. An seinem
Zugang liegt das frühere Südportal des ehemaligen Wiser’schen Schlosses,
das 1462 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Neben dem Burgturm und dem
Südportal sind das Nordportal, die Sandsteinbrücke und das Portal zur
Burgvogtei erhalten. Schloss und Burg waren ursprünglich von einem
umlaufenden Wassergraben umgeben. Von der Plattform des Burgturmes
genießt man den Drei-Burgen-Blick: Hambacher Schloss, Wachtenburg und
Kloster Limburg.
Mennonitenhof und -Kirche
Früher hieß der Hof Münchhof (Mönchshof) und war von 1534 bis 1571 im
Besitz des Klosters Limburg. 1665 wurde das Anwesen an zugewanderte
Mennoniten verpachtet. Die Mennonitenkirche wurde 1836 – 1838 erbaut
Protestantische Kirche
Die Grundsteinlegung erfolgte vermutlich 1074. Der romanische Turm
entstand im 11. Jh., der gotische Chor im 14. Jh. und das
klassizistische Schiff im Jahr 1826. Ein Wandbild "Erbärmde Christi"
entstand um 1350. In der Kirche befinden sich Grabsteine aus dem 16.
Jh., ebenso die Gruft der Dorothea von Wiser. Der Taufstein wurde vom
Steinbildhauer Prof. G. Rumpf erstellt. Öffnungszeiten: März-September,
samstags und sonntags von 10.00 – 18.00 Uhr
Katholische Kirche
Bis 1793 fanden die katholischen Gottesdienste in der Schlosskapelle statt. 1807 wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt, 1812 erfolgte die Einweihung. Der Rokoko-Hochaltar stammt vermutlich aus der früheren Schlosskapelle.
historische Sehenswürdigkeiten in Gönnheim
St. Martinskirche, erbaut 1756

Ehemals St. Martinskapelle aus dem Jahr 1488. Die St. Martinskapelle
fiel dem 30-jährigen Krieg zum Opfer und blieb bis 1681 lediglich als
Ruine erhalten. Der Bau der neuen St. Martinskirche wurde an derselben
Stelle errichtet. Untersuchungen ergaben, dass in den Grundmauern noch
Reste der zerstörten Martinskapelle vorhanden sind und im heutigen Turm
auch ein Turmstumpf der alten Kapelle.
Öffnungszeiten: März bis September: samstags und sonntags von 10.00 –
18.00 Uhr.
Hinter der Kirche befinden sich die 2001 entdeckten Sandstein-Sarkophage (näheres hierzu unter der Rubrik "Museen".
Affensteiner Hof

Ältestes Haus aus dem Jahre 1661, Fachwerk mit geschnitzten Holzfenstersäulen.
Historische Sehenswürdigkeiten in Ellerstadt
Protestantische Kirche
1894 wurde der Bau der Prot. Kirche im neuromanischen Stil vollendet.
Der Kirchturm, aus dem 12./13. Jh., blieb erhalten und erinnert an die
frühere, im gotischen Stil erbaute Kirche. Der Innenraum der Kirche
zeichnet sich aus durch eine große Empore, farbige Fenstern und
ornamentale Wandmalereien.