Mediterranes
Von der Pfälzer Sonne verwöhnt

Schon die alten Römer fühlten sich in der Pfalz heimisch: im Gegensatz zu anderen Teilen "Germaniens", die ihnen eher unwirtlich erschienen, erinnerte sie das mediterrane Klima dieses Landstrichs an ihre südliche Heimat.
Der Wein, den sie von dort mitbrachten, gedieh auch hier – und das im Endeffekt besser, als sie es sich hätten träumen lassen (der mit Wasser verdünnte Rote, mit dem die Legionäre ihren Durst stillten, würde in der Pfalz keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken).
Nicht umsonst bezeichnet man heute, rund 1.500 Jahre später, diesen Landstrich gern als die "Toskana Deutschlands": schon Ende Februar/Anfang März blühen in der Ferienregion Wachenheim die Mandelbäume, der Sommer verwöhnt Einheimische wie Gäste mit zahlreichen Sonnenstunden (das benachbarte Bad Dürkheim ist einer der sonnenreichsten Orte Deutschlands), im Herbst erinnert das Farbenspiel der Reben und des Mischwaldes an den berühmten "Indianersommer" Kanadas.
Auch die Maler haben - wie in der Provence - das Licht und die Farben längst für sich entdeckt: im Sommer vor allem trifft man vielerorts auf Künstler, die mit ihren Staffeleien unterwegs sind, um landschaftliche Schönheiten und pittoreske Winkel auf Papier und Leinwand zu bannen.
Doch zurück zu den Römern und ihren Hinterlassenschaften: zwischen Wachenheim und Friedelsheim zeugen die Überreste einer "villa rustica" vom Leben auf einem römischen Landgut, und der eingangs zitierte Wein breitet sich über viele, weit über die Region hinaus bekannte Lagen aus: sie heißen Königswingert oder Schenkenböhl, Schlossgarten, Mandelgarten oder Gerümpel und lassen die eingefangene Sonne im Glas funkeln.
Mediterrane "Gäste" findet man aber auch in den Gärten und entlang der Weinstraße: neben heimischen Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen gedeihen hier Feigen, Kiwis, Zitronen, Mandeln und Esskastanien. Entsprechende Spezialitäten stehen zur passenden Jahreszeit auch auf den Speisekarten von Restaurants und Cafés.